Nationalpark Hohe Tauern |
1981 wurde das flächengrößte Natur-Schutzgebiet Mitteleuropas – der Nationalpark Hohe Tauern – gegründet. Er umfasst heute mit Anteilen der Bundesländer Salzburg, Tirol und Kärnten ein Gebiet von 1800 km². Der Höhenunterschied vom tiefsten bis zum höchsten Punkt beträgt in etwa 2600m.
Nach der letzten Eiszeit vor ca. 12000 Jahren war das heutige Nationalparkgebiet eine Steinwüste, die nach und nach von Pflanzen und Tieren besiedelt wurden. Noch heute führen viele Pflanzen und Tiere im Hochgebirge ein Leben an der Existenzgrenze.
In den heutigen Wäldern finden sich Fichten (aus dem Balkan), Lärchen und Zirben (aus der asiatischen Taiga) sowie rund 10000 Tierarten wie Steinadler, Steinbock, Bartgeier und ein Drittel aller in Österreich vorhandenen Pflanzen wie Edelweiß, Orchideen, Zirben, Arnika, ...
Der Salzburger Anteil des Nationalparks umfasst: Wildgerlostal, Krimmler Achental, Ober- und Untersulzbachtal, Habachtal, Hollersbachtal, Felbertal, Stubachtal, Kapruner Tal, Fuscher Tal, Rauriser Tal, Gasteiner Tal, Großarltal und Murtal.
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Ein steter Wechsel: Die Gletscher der Tauern
Dort, wo die sommerlichen Temperaturen nicht ausreichen, den im Winter gefallenen Schnee zu schmelzen, wachsen die Gletscher an. Diese Schneeschichten, verwandelt in Firn, verfestigen sich zum mächtigen Gletschereis.
Gletscher im Nationalpark sind beispielsweise der Großvenediger oder der Pasterzengletscher (9 km Länge).
Tiere der Nationalparkregion
Steinbock | Bis ins 18. Jahrhundert war der Volksglaube vertreten, in den entlegenen Alpentälern leben menschenköpfige Schlangen und Ungeheuer. Ein Magischer Glaube, der auch dem Steinbock zugeschrieben wurde – fast jedem Körperteil dieser Wildzeige schrieb man Heilkräfte zu. Das Gehörn wurde gegen Vergiftungen verwendet, das Blut um Stärke und Kraft zu erlangen. Diese wundersamen Heilwirkungen führten Mitte des 18. Jahrhunderts zur Ausrottung. Der Steinbock wurde daher wieder neu angesiedelt und es leben nunmehr wieder mehr als 50 Stück in der Nationalparkregion.
Gemse | Das scheue Gamswild ist weit verbreitet und eine an die Gebirgswelt angepasste Antilopenart. Sie bewohnen vorwiegend felsige Gebiete und tragen Hörner.
Rotwild | Der Rothirsch zieht sich im Sommer in die abgelegenen Winkel der Täler zurück; in der Brunftzeit wandert er. Das Reh lebt im Winter in den unteren Waldregionen.
Wildschaf (Mufflon) | Lebt in Rudeln in den Wäldern des Kapruner und Rauriser Tals.
Murmeltier | Lebt an den freiliegenden Südhängen beispielsweise im Hollersbach- oder Obersulzbachtal. Das »Mankeischmalz« wird als Medizin gegen Rheuma verwendet. Bei Gefahr stösst es einen schrillen Schrei aus. Wenn das Murmeltier seinen Bau fest mit Heu und Erde zustopft, soll ein strenger Winter kommen.
Wiesel | Ein äßerst scheues Tier, bevorzugt Almrosenhänge und Legföhren.
Steinadler | In Salzburg leben heute 15 Paare; Rauriser Tal und Habachtal; Der Steinadler wird als »König der Berge« und »Schrecken der Tiere« bezeichnet.
Gänse- und Weißkopfgeier | Aasfresser im Rauriser Tal, Felbertal, Habach- und Hollersbachtal. Ein bis zwei Kundschafter suchen nach Aas und zeigen ihren Artgenossen in kreisenden Bewegungen die Futterplätze.
Almwirtschaft: Kultivierung der Tauerntäler
Vermutlich begann die Besiedelung durch die Suche nach Erzen in den Tauerntälern. Damit begann Kultivierung von Zonen oberhalb der Waldgrenzen (Almen). Im Nationalpark liegen in der Schutzzone nicht nur Naturlandschaften, sondern auch von Bauern geschaffene Kulturlandschaften.
Das Gebirge wird für die Almwirtschaft genutzt: Futterproduktion und Gesunderhaltung Vieh.
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