Stories and legends |
There are many stories and legends about the people and the area. Unfortunately we cannot provice an english translation of the legends bellow.
Der Greuliche Drache von Krimml
Noch in der Zeit unserer Väter soll in der Nähe der sieben Möser auf der Platte bei Krimml ein greulicher Drache gehaust haben, der im Viehstande große Verheerungen anrichtete. Oft zog man aus, um ihn zu erlegen, aber immer wieder mußte man es aufgeben, denn die ersten, die ihn sahen, erschreckten sich über seinen Anblick so, daß sie auf der Stelle starben. Auch auf der Kötschach - Alm hauste ein riesiger Lindwurm, und als im Jahre 1403 ein furchtbares Unwetter tobte und ein Wolkenbruch entstand, wurde der Lindwurm bis gegen Hundsdorf hin von den Fluten getragen. Als das Wasser sich verlaufen hatte, blieb das Ungetüm auf einem Felsen unterhalb von Hundsdorfliegen und verendete. Die Bauern der Gegend waren voller Freude, daß das Ungeheuer, das dem Lande schon so viel Schaden bereitet hatte, nun endlich tot war. Das Feld aber, auf welchem der Lindwurm liegengeblieben war, heißt bis zum heutigen Tage das Wurmfeld.
Quelle: Karl Adrian, Alte Sagen aus dem Salzburger Land, Salzburg 1948, S. 149 f, zit. nach Leander Petzold, Sagen aus Salzburg, München 1993, S. 245.
Wie Mitterdorf unterging
Früher, noch bevor Neukirchen entstanden ist, soll es weiter westlich
am Dürnbach ein kleines Dorf gegeben haben, das Mitterdorf geheißen
hat. Die ersten Siedlungen des Tales wurden nahe am Wasser, oft am Rande
der Schuttkegel der Bäche errichtet.
Einmal in dieser längst vergangenen Zeit streiften drei junge Burschen
durch die Au am Dürnbach. Einer von ihnen sagte, dass er Wettermachen
könne. Die beiden anderen glaubten ihm das natürlich nicht.
Sie forderten den vermeintlichen Angeber auf, das zu beweisen. Und das
tat er auch.
Er klaubte ein Holzsteckerl auf und zog damit auf dem Waldboden einen
Kreis. Dann forderte er seine Kameraden auf, in den Kreis zu treten. "Aber
steigt ja nicht heraus, ehe ich es erlaube! Sonst geschieht ein großes
Unglück!" warnte er die Freunde. Die zwei Burschen lachten ein
wenig und stellten sich in den aufgezeichneten Ring.
Nun begann der dritte um den Kreis herumzugehen, dabei murmelte er unverständliche
Worte vor sich hin. Wind kam auf, dunkle Wolken brauten sich zusammen
und als es auch noch blitzte und donnerte, bekamen es die beiden mit der
Angst zu tun. Sie sprangen aus dem Zauberkreis heraus und rannten davon.
Da tat der Wettermacher einen Jammerschrei: "Auweh, hiaz is Mitterdorf
valorn!" Und das Gewitter ist mit unheimlicher Gewalt losgebrochen,
der Dürnbach ist herausgestürmt und hat ganz Mitterdorf mitsamt
dem Kirchlein verschüttet.
Mit großer Mühe haben die Menschen das Dorf und die Kirche
weiter im Osten wieder neu aufgebaut. Sie nannten es "Noikirchn"
- Neukirchen.
In der Sage heißt es auch, der Dürnbach kann nie Ruhe geben,
weil er einmal eine Kirche "untein" gebracht hat.
Heute ist der Dürnbach durch viele Wildbachsperren gezähmt,
und nach menschlichem Ermessen ist der Markt Neukirchen nicht mehr in
Gefahr.
Quelle: Helene Wallner, Sagensammlerin und -führerin, Emailzusendung vom 3. Mai 2005; Aus: http://www.sagen.at (22.9.2006)
Die drei Könige vom Pinzgau und die Wilde Frau
Zur Rechten der Salzach mündet das bedeutende Stubachtal in das
Haupttal aus, und im ersteren liegen drei umfangreiche Bauerngüter,
deren Besitzern fast das ganze Tal gehört. Diese reichbegüterten
Grundbesitzer nennt das Volk, auch wenn die wirklichen Namen im Laufe
der Zeiten sich ändern, den Enzinger, den Widrechtshäuser und
den Bollerer, alle drei zusammen aber die drei Könige von Pinzgau.
Vormals war der Reichtum noch größer, davon zeugen noch immer
die stattlichen Wohnungen mit altgetäfeltein schmuckreichen Prunkzimmern,
wie man sie heutzutage nicht mehr bei Bauern findet. Auf dem Gutshofe
Widrechtshausen wohnte ein stattlicher Mann, der die Gunst einer Wilden
Frau genoss, welche ihren Wohnsitz unweit seines Gehöftes in
einer unzugänglichen Höhle hoch oben an der Felswand hatte.
Tief unten im Tale lag ein Stein, auf welchem bisweilen die Wildfrau sitzend
und spinnend erblickt wurde, sonach gehörte sie jedenfalls nicht
zu den ungetümen Fanggen, sondern zu den seligen Fräulein. Dort
hatte sie auch der Widrechtshäuser erblickt und war schon selig durch
ihren Anblick geworden. Noch seliger machte es ihn, als sich für
ihn ein Zugang zu der Felsenhöhle zeigte, auf dem er jeden Samstag
die Wilde Frau besuchte, die gegen ihn nichts weniger als wild war. Die
Frau des Widrechtshäuser merkte Unrat, schlich dem Manne nach, fand
ihn in den Armen der Wilden Frau schlafend, schnitt ihr rasch eine Haarlocke
ab und enteilte. Von da an verstattete die Wilde Frau ihrem Liebling keine
fernere Zusammenkunft, beschenkte ihn aber, indem sie auf jenen Felsen
im Tale ein Garnknäuel und ein Hemd neben das Garnknäuel legte
und mit dem Fuße gegen den Felsen trat.
Von diesen drei Wahrzeichen
blieben die Eindrücke zurück. Der Faden des Knäuels sollte
nie abnehmen, ebensowenig das Glück des Hauses, solange die Besitzer
ihre Wäsche auf dem Felsen trocknen würden, und wachsen sollte
das Glück, je tiefer die Fußtrittspur werde. Leider verschwieg
des Widrechtshäusers Frau das Geheimnis des Garnknäuels nicht,
und er verschwand. Der Fußtritt nahm nicht zu an Tiefe, und die
Wäsche, die man wie Wölkchen über dem Felsen bisweilen
flattern sieht, scheint auch mehr den Feinen als der bäuerlichen
heutigen Widrechtshäuserin anzugehören. Doch ist das Gut im
besten Stande.
Diese Sage scheint einigermaßen ausgeschmückt überliefert
worden zu sein; dieselbe hat nahe Verwandtschaft mit der von der Wilden
Frau am Untersberg, die einen Bauer aus Amt liebte, dessen Frau dann auch
kam und der Wilden Frau zurief: »Behüte Gott deine schönen
Haare!«
Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 21; Aus: http://www.sagen.at (22.9.2006)
Das Venedigermandl
Der Eigentümer der Glasfabrik Hörbrunn, Wenzel Friedrich, hörte
von den Leuten über den Schatz von Engelsberg erzählen. Sie
erzählten, daß ein Raubritter den Schatz zusammentrug, den
Teufel als Hüter bestellte, sich dafür dem Höllenfürsten
verschreiben musste. Mehrere Dutzend Kisten sollen im Innern des
Engelsberges ruhen.
Wenzel Friedrich glaubte dem Leutgerede nicht recht. Er
wollte genaueres darüber erfahren und beschloss daher, ein Venedigermandl
kommen zu lassen.
An einem Sommertage reiste Wenzel Friedrich in das Pinzgau. Er wollte
in den Hohen Tauern ein Venedigermandl suchen. Auf einer Alm übernachtete
er. Er dachte nicht daran, daß ihn hier ein Venedigermandl überraschen
könnte. Kaum war er eingeschlafen, als ihn eine Stimme weckte.
»Ich bin der, den du suchst.« Wenzel Friedrich stand auf und
wollte das Venedigermandl einlassen. Doch, er sah und hörte keinen
Venediger mehr. Er ging um die Almhütte – nirgends war ein Venediger.
Als er die Tür verriegeln wollte, sah er auf dem Boden einen Zettel
liegen. Schnell wurde Licht gemacht und der Zettel gelesen. Es stand darauf,
daß das Venedigermandl in den nächsten Tagen bei der Ruine
Engelsberg eintreffen werde.
»Ja, geht das Venedigermandlsuchen so schnell?« sagte Wenzel
Friedrich vor sich hin.
Am nächsten Morgen marschierte er heimwärts. Das Herz schlug
ihm froher als sonst. Seine Gedanken träumten vom Schatz der Ruine
Engelsberg.
Schon in der ersten Nacht, in der Friedrich wieder daheim war, begab
er sich zur Burgruine. Die ganze Nacht blieb er wach, aber es kam kein
Venediger. Auch die zweite und dritte Nacht verstrich, ohne daß
das Venedigermandl erschienen wäre. Friedrich glaubte nun, er sei
mit dem Zettel betrogen worden. Aber er hatte doch die Stimme des Venedigers
gehört? Aushalten! hieß es.
Endlich in der siebenten Nacht, kurz vor zehn Uhr, kam der Venediger.
Wenzel Friedrich grüßte ihn freundlich und legte sein Anliegen
vor.
»Ich möchte gerne den Schatz – die Leute dieser Gegend sagen,
daß hier ein Schatz zu finden sei – beheben. Ist es möglich,
diesen Schatz zu heben?« fragte Friedrich kurz.
Der Venediger schaut ihn groß an und sagte: »Freilich ist
hier ein Schatz verborgen. Auch ist es möglich ihn zu heben. Aber
ich sage dir, lass ab davon. Der ganze Schatz ist geraubtes Gut
und wie du weißt, bringt geraubtes Gut weder Glück noch Segen.
Es sind viele Dutzende Kisten, gefüllt mit Gold und anderen Wertsachen
hier verborgen.«
Friedrich blickte auf den Boden und meinte: »Es war doch ewig schade,
wenn so viel Gold verfaulen müßt.«
»Ich mein dirs gut, lass ab davon!« sagte das Venedigermandl
gebieterisch und war verschwunden.
Wenzel Friedrich folgte nicht dem Rat des Venedigers. Er ließ nachgraben
und fand wirklich einen großen Schatz. Über zwanzig eiserne
Kisten wurden zutage gefördert. Jede war schwerer als die andere.
Und alle diese Kisten waren gefüllt mit Gold.
Einige Jahrzehnte darauf fing das Geschlecht der Friedrich infolge der
verschiedenen Zeitumstände an zu verarmen. Ob dies vom Schatz von
Engelsberg herkam, weiß man nicht.
Quelle: Anton Schipflinger in: Tiroler Heimatblätter
1939, Nr. 11, S. 285. aus: Sagen, Bräuche und Geschichten aus dem Brixental und seiner
näheren Umgebung, gesammelt und niedergeschrieben vom Penningberger
Volksliteraten Anton Schipflinger, zusammengestellt von Franz Traxler,
Innsbruck 1995 (Schlern-Schriften Band 299); Aus: http://www.sagen.at (22.9.2006)
Weiterführende Links:
- → www.sagen.at | Sagen aus dem Pinzgau
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